Reviews
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CD Besprechungen von allen Biffy Clyro Alben kann man hier lesen.
Only Revolutions
Im Gleichschritt stampfende Füße sind das erste, was man auf Biffy Clyro´s neuem Album "Only Revolutions" zu hören bekommt. Es scheint nicht weit hergeholt, darin ein Zeichen für Entschlossenheit zu sehen. Die Schotten wollen es wissen. Mit ihrem fünften Studioalbum im Gepäck haben sie sich seit Wochen ein Mammutprogramm aufgeladen, das sie erst zu Weihnachten wieder zu Hause sein lässt. Sie strahlen volles Vertrauen in die Qualität ihres neuen Werkes aus und sie haben allen Grund dazu.
Nachdem die Schritte verhallt sind, donnern die ersten Takte von "The Captain" durch die Boxen. Was beim ersten Hören noch nach einem mit offensichtlichen Mitteln erzwungenem Mitsing-Hit klingen mag ("Somebody help me sing!"), entpuppt sich schon bald als Ohrwurm erster Güte. Weiterlesen.
Biffy Clyro Tour 2009: 06.04.2009 Gebäude9 / Köln
Das Gebäude 9 ist ausverkauft. Grund: Biffy Clyro kommen zur kurzen Visite nach Deutschland. Köln bildet das Abschlusskonzert eines kleinen dazwischengeschobenen Aufenthalts auf dem Festland Europas. Die drei Schotten kommen frisch aus Australien und machen sich danach wieder gleich auf den Weg in die Heimat. Mit neuer EP im Koffer präsentieren Biffy Clyro also nicht nur alte, sondern auch frische und sogar ganz frische Songs.
Mit dem passenden Einsteiger "Living Is A Problem Because Everything Dies" vom 2007er Major-Debüt "Puzzle", beginnen die drei Musiker aus dem schottischen Glasgow ihr wuchtiges Set. Von Beginn an ist die Stimmung positiv geladen. Biffy Clyro sind in Fankreisen schon längst als eine fabelhafte Livecombo bekannt und diese Aussage bestätigen sie auch wieder heute Abend. "Saturday Superhouse" und "A Whole Child Ago", ebenfalls aus dem Album "Puzzle", machen schon früh die gute Livequalität des Trios deutlich. Stürmisch, gekonnt im Umgang mit Gitarre, Bass und Schlagzeug, Rhythmuswechsel, mehrstimmiger Gesang, dazu gepaart mit einer unglaublichen musikalischen Anziehungskraft, so dass die ersten Reihen gar nicht anders können und wollen als mit zu springen und zu singen. Den kompletten bericht kann man hier auf biffyclyro .de lesen.
Puzzle
Die Progpoprock-Schotten mit den regelmäßig hässlichsten Coverbildern sind wieder da. Wir erinnern uns: Cobain tot, Grohl wechselt vom Schlagzeug an die Alternative Rock-Speerspitze, im fernen Arizona pflanzt die Emojugend um Jim Adkins rührselige Melodien in catchy Collegerock-Hymnen. Drei Insulaner hören was genauer hin und verquickt den kontemporären Gitarren-Spirit von drüben mit einer Vorliebe für Rush.
Dreimal ging das so zuvor schon gut, allerdings eher unbeachtet. Jetzt der Wechsel von Beggars zu Warner. Und mehr denn je könnten sich die Fangeister in bester Ghostbusters-Manier scheiden. Bedeutet dieser Schritt Kommerzialisierung, oder ist "Puzzle" nur das konsequenteste Bekenntnis zum Pop? Eine Frage der Perspektive.
Denn je nach Zugang geben die Biffys ihrem Sound nun den heiß ersehnten Stoß Richtung Indie-Stadion-Rock, oder aber krempeln die Essenz ihrer Musik im Ausmaß eines stumpfen Winkels um. Mach dein Kreuz doch bitte selber. Weiterlesen.
Biffy Clyro: Puzzle
Die Beziehungen, die Musiker mit ihren Songs herstellen, sind immer etwas ganz Besonderes. Auf „Puzzle“ versucht der Sänger von „Biffy Clyro“, Simon Neil, den Tod seiner Mutter zu verarbeiten. Doch wer ein rein melancholisches Album erwartet, ist schon nach „Living is a problem because everything dies“ überrascht. Zwar könnte der Titel im übertragenen Sinne etwas mit Tod zu tun haben, aber die Musik ist keineswegs melancholisch. Die Chöre im Hintergrund vermitteln eher ein Furchterregendes Gefühl. Erst mit „Dust Dances“ wird es ein wenig ruhiger auf „Puzzle“, das GGGarth produzierte. So bleibt letztendlich der Gedanke, dass sich Neil vor allem textlich mit dem Tod und dem danach auseinandergesetzt hat. Weiterlesen.
Infinity Land
Mit ihrem dritten Werk betreten die Engländer Ende Januar, wie der Titel verrät, endlose und unbegrenzte Weiten. Trotz Rock-Standardbesetzung produzieren sie unberechenbaren Sound in unberechenbaren Welten. "Guitar, bass, drums ... it's been done before and it'll be done again. But if the song is amazing it doesn't matter. You can't polish a turd", meint Klampfer und Sänger Simon Neil dazu. Einfach nur guter Rock, der an viele Bands erinnert, aber keine kopiert.
So verweisen Passagen des Openers auf gängige Rocker härterer Gangart wie Incubus, Bad Religion oder die Foo Fighters. Wobei der Produzent letzterer auch mit Biffy Clyro zusammen arbeitet. Über eine Stunde wird man zwischen intelligentem Post-Hardcore, Metal und poppigeren Tracks hin- und hergerissen. Auch die Dauer der Lieder lassen sich die drei nicht vorschreiben. Von der fünfminütigen Ballade bis zum eineinhalbminütigen Kracher haben die Glasgower alles auf die vielseitige Platte gepackt.
Mit ihren Alben wollen die Alternativ-Rocker, die die Gesangsparts untereinander aufteilen, eine Geschichte erzählen. So gehen sie bei "The Atrocity" mit Akustikbegleitung und Glockenspielklängen auf ruhigeren Pfaden, um mit dem Brecher "Some Kind Of Wizard" in ein Gitarrengewitter zu tappen. Punkig rockt dieses Stück mit Tempowechseln und eingängig melodiösen Passagen. Prägnante Bassläufe, die sich immer wieder in einen Dialog mit der E-Gitarre beginnen, etablieren sich im Laufe des Genre-Feuerwerks als Markenzeichen. Weiterlesen.
Blackend Sky
Rock vom Feinsten ist auf der "Blackened Sky" drauf, nur hebt sich auf dem Album kein Song besonders heraus, weder positiv noch negativ. Die Glasgower wissen sehr gut wie Rock gemacht wird, ihre Musikinstrumente spielen sie mit einer Perfektion wie man sie eher von klassischer Musik kennt und die Lyrics performen sie tadellos. Glattes Debüt-Album.
Jeder Song hat seine Spezialität. "Kill The Old, Torture Their Young", "Convex, Concave" und "57" gehen alle ab wie ein Zäpfchen, wechseln zwischen sanfter Stimme und harter, schneller und lauter Musik. Die anderen Songs sind ruhiger, melodischer und sanfter, jedes Instrument kommt zu seinem klitze-kleinen Solo-Auftritt. Mildere Gitarren-Melodien kombiniert mit wilderen Drum-Rhythmen, insgesamt hat es sich gelohnt, dass die Jungs von Biffy Clyro seit 1997 dran geblieben sind mit ihrem Plattenfirma-Gesuch.
In "Stress In The Sky" repräsentiert der unkontrolliert wirkende Rhythmus den Stress, der von zarter Melodie und versöhnenden Lyrics gezähmt wird. "Hero Management" könnte aus einer Kuschelrock-CD geklaut worden sein wie auch der letzte Song des Albums, der schön romantisch ausfließt und abschließt. Weiterlesen.